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Was wir vom Deutschen Fundraising Kongress 2026 mitgebracht haben.
Deutscher Fundraising Kongress 2026
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Veranstaltungen

Berlin ist eine Reise wert – und der Deutsche Fundraising Kongress erst recht. Es waren drei Tage voller hochkarätiger Workshops, spannender Vorträge und großartiger Masterclasses. Und wir haben einige Erkenntnisse für Sie mitgebracht. 

 

1. NPOs sind nicht mehr nur „die Guten“, sondern die „Verteidiger*innen der Demokratie“.  

CORRECTIV hat seine erfolgreiche Spendenkampagne vorgestellt, in der sich die NPO als Verteidigerin der Demokratie gegen antidemokratische Strömungen positioniert. Das zeigt, wie NPOs in einer Welt mit vielen antidemokratischen Strömungen zu neuer Stärke und neuer Legitimation finden können. 
 

2. Daten sind Hilfsmittel, nicht Selbstzweck. Fundraising ist und bleibt Beziehungsarbeit.

Dieser Gedanke zog sich durch viele Sessions. Es braucht beides: einerseits Daten und Strategie und andererseits die Beziehung zwischen NPO und den Spendenden. Je professioneller unsere KI-Werkzeuge und Analysen werden, desto wichtiger ist es, den Menschen hinter der Spende wirklich zu sehen. Ob Philanthropie, Großspenden-Fundraising oder datengetriebenes Fundraising – am Ende entsteht nachhaltige Wirkung immer dort, wo echte Beziehungen wachsen.
 

3. Storytelling wird noch professioneller – welche Geschichten wir wie erzählen, wird immer wichtiger. 

In der Masterclass „Fundraising (de)kolonialisiert“ ging es um die Frage, wer eigentlich wessen Geschichte erzählt – und welche Machtverhältnisse dahinterstehen. Betroffene Menschen als Opfer und passives Objekt darzustellen, ist nicht die feine Englische Art. Community-led Storytelling und lokaler Content helfen, die Geschichte authentisch zu vermitteln. In einem Vortrag zum Thema Legacy Future stand die Bedeutung von Storytelling und authentischen Erfahrungsberichten im Mittelpunkt. Potenzielle Nachlassspender*innen sollen emotional angesprochen und das Vertrauen in die Organisation gestärkt werden. Denn Nachlassfundraising ist vor allem Beziehungsarbeit. Menschen vererben nicht primär an Organisationen, sondern an Werte, Anliegen und Geschichten, mit denen sie sich über viele Jahre verbunden fühlen.
 

4. Optimierung und Schräubchen drehen.

Das zeigt sich zum Beispiel beim Vortrag „Klick, Match, Funkstille“.  Hier wurde deutlich, dass viele Organisationen ihre Kampagnen auf Reichweite, Leads und Erstspenden optimieren, aber deutlich weniger Aufmerksamkeit auf die Zeit danach verwenden. Generische Danke-Mails, fehlende Infos zum Impact usw. verschenken Potenzial. Gerade online lässt sich viel optimieren:

  • So zahlt es sich aus, den Spendenvorgang möglichst interessant zu gestalten. Auch Mehrstufigkeit ist möglich, z.B. indem man im ersten Schritt zeigt, wofür gespendet werden kann und erst im zweiten die Spendensumme nennt. 
  • Bei großen, medienbekannten Notfällen wie z.B. dem Erdbeben in der Türkei braucht es keine lange Erklärung am Spendenformular, nur Überschrift und Spendenmöglichkeit reichen völlig aus und erzielen sogar höherer Beträge.
  • Eine Möglichkeit, Leadkampagnen zu pushen, ist, Kampagnen für spezifische Zielgruppen zu entwickeln, die auf deren spezielle Interessen zugeschnitten sind.  
     

5. Ein gutes Team ist unschlagbar.

Gemeinsam kann man mehr bewirken. Daher ist es wichtig, nicht nur mit Spender*innen Beziehungen zu pflegen, sondern auch mit allen anderen Personengruppen, die für die gute Sache brennen. Denn NPOs brauchen Unterstützung, um ihren Anliegen Gehör zu verschaffen, auch z.B. von Streamer*innen. 
 

6. Der Onboarding-Prozess für neue Spender*innen ist wichtig. 

Das hat Ken Burnett erwähnt und kam auch bei mehreren anderen Workshops vor. Es ist wichtig, die Person hinter der Spende zu sehen und auf ihre Wünsche einzugehen – unabhängig vom Medium. Das lässt sich überall berücksichtigen: bei Telefon, Brief und online. So können Erstspender*innen auf eine andere Landingpage verlinkt werden, als Großspender*innen. Dieses Mehr an Aufwand und Wertschätzung ist gut für das Folgeverhalten. 
 

7. Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist – wie campgn.

Die Vorträge zu Predicitve Analytics haben gezeigt, dass wir mit der Entwicklung von campgn genau in die richtige Richtung gehen. Denn die Zeit ist reif für den Einsatz von KI.  
 

8. KI-generierte Bilder werden auch für das Fundraising relevant.

Fundraising lebt von Transparenz, Glaubwürdigkeit und einer Beziehung auf Augenhöhe. Achtung: Genau das wird durch den unreflektierten Einsatz von KI-Bildern untergraben. Diese nicht einzusetzen, vergibt technisches Potenzial. Die Frage ist also nicht, ob KI-Bilder eingesetzt werden sollen, sondern wie dies ethisch vertretbar passieren kann und wo die Grenzen liegen. Auf alle Fälle sollten sie gekennzeichnet werden. Zumindest dann, wenn der relevante Inhalt von der KI generiert wurde.


So war es in Berlin: Nette Menschen, tolle Vorträge, ein gut besuchter DIRECT MIND Stand und ein Wiedersehen mit unsere Kolleg*innen von Socialminds. Hier die Impressionen vom Kongress …
 

Ein herzliches Dankeschön an den Deutschen Fundraising Verband, der uns die Erlaubnis gab, einige Bilder zu veröffentlichen. © Karolina Granja und private Fotos von DIRECT MIND Mitarbeitenden. 

23. Juni 2026

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